PISA 2025 ist ein Auftrag: Lesekompetenz politisch verankern
Fast jede*r dritte 15-Jährige kann nicht ausreichend Lesen
Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 sind alarmierend: Die Lesekompetenz der 15-Jährigen in Deutschland ist erneut gesunken und erreicht den niedrigsten bislang bei PISA gemessenen Wert. Rund ein Drittel der Jugendlichen erreicht beim Lesen nicht das Mindestniveau. Das bedeutet: Viele Jugendliche haben Schwierigkeiten, die Hauptaussage eines mittellangen Textes zu erfassen und relevante Informationen darin zu finden.
Lesekompetenz darf keine Frage der Herkunft sein
Besonders besorgniserregend ist dabei nicht allein das insgesamt niedrige Leistungsniveau. PISA zeigt erneut, wie stark Bildungserfolg in Deutschland von der sozialen Herkunft abhängt. Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien schneiden deutlich schlechter ab als Gleichaltrige aus privilegierteren Elternhäusern.
Lesen ist eine Grundvoraussetzung für Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und selbstbestimmtes Handeln.
Und Lesekompetenz entsteht nicht erst mit 15 Jahren. Sie entwickelt sich von früher Kindheit an: durch Vorlesen und Erzählen, durch eigene Leseerfahrungen, durch Gespräche über Geschichten – und durch einen kontinuierlichen Zugang zu Büchern.
Die Ergebnisse von PISA 2025 müssen deshalb Konsequenzen haben. Es reicht nicht, nach jeder neuen Studie einen „PISA-Schock“ auszurufen. Deutschland braucht langfristige und verlässliche Strukturen, die Kinder von Anfang an beim Lesenlernen und beim Aufbau von Lesemotivation begleiten.
Leseförderung ist eine Investition in unsere Zukunft
PISA 2025 zeigt einmal mehr: Leseförderung ist keine freiwillige Zusatzaufgabe. Sie ist eine Investition in unsere Demokratie und die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands.
Jetzt braucht es den politischen Willen, aus den Erkenntnissen langfristiges Handeln zu machen.
